Schleswig-Holstein

15.10.2019 |

Nationalpark Nachrichten Oktober 2019

MOIN, MOIN,
liebe Freundinnen und Freunde des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Unverhofft beschert uns der Herbst heute (und hoffentlich weiterhin) einen milden und sonnigen Tag an der Nationalparkküste. Genießen sie diesen - aber vergessen Sie nicht, später noch die Nationalpark Nachrichten zu lesen. Viel Spaß bei Beidem!


Rubrik Aktuelles neu


aktuelles

© Stock / LKN.SH

„Wir sind Weltnaturerbe“ hieß es im Juni 2009: Soeben hatte die UNESCO, die Organisation für Bildung, Wissenschaft, und Kultur der Vereinten Nationen, den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (und mit ihm den niedersächsischen Wattenmeernationalpark sowie das niederländische Wattenmeer) als Weltnaturerbe anerkannt; der Wattenmeeranteil Hamburgs kam 2011, der Dänemarks 2014 dazu. Von den berühmten Nationalparks Nordamerikas bis zum Panda-Naturreservat im chinesischen Sichuan, von Ägypten (Wadi Al-Hitan = „Tal der Wale”) bis zur Zentralafrikanischen Republik (Nationalpark Manovo-Gounda St. Floris) – das Wattenmeer von Den Helder bis Esbjerg ist damit Teil eines alle Kontinente umspannenden Netzes einzigartiger Naturräume. Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist also in bester Gesellschaft!

Dabei zählt es zu den marinen Weltnaturerbestätten. „Marin“, dieser Begriff steht für „zum Meer gehörend, im Meer lebend oder aus dem Meer stammend“. In Schleswig-Holstein zum Beispiel sind 68 Prozent der Nationalparkfläche dauerhaft von Wasser bedeckt (Fachbegriff Sublitoral), 30 Prozent werden zweimal binnen 24 Stunden, bei Flut, von der Nordsee überspült (Wasserwechselzone = Eulitoral), der Rest sind höher gelegene Bereiche wie Salzwiesen, Außensände, Strände … (Supralitoral).
Weltweit 43 marine Weltnaturerbestätten

Weltweit gibt es derzeit 43 marine Weltnaturerbestätten, darunter so bekannte Gebiete wie das Great Barrier Reef in Australien, die Galapagos-Inseln in Ecuador und den Banc d’Arguin National Park in Mauretanien. Mit letztgenanntem besteht wegen der Bedeutung beider Regionen für den ostatlantischen Zugweg der Vögel (von der Arktis über das Wattenmeer bis nach Afrika) eine Kooperation in Form eines sogenannten Memorandums of Understanding. Der 1989 gegründete, im Nordwesten Afrikas am Atlantik gelegene Nationalpark ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet für zahlreiche Zugvögel und gehört, wie das Weltnaturerbe Wattenmeer, zu den vogelreichsten Gebieten weltweit.

Alle marinen Weltnaturerbestätten sind laut UNESCO gekennzeichnet durch ihre einzigartige marine Artenvielfalt und ihre außerordentlichen geologischen Prozesse; es sind Ökosysteme von unvergleichlicher Schönheit. Und allen sind viele Herausforderungen gemein, allen voran der Klimawandel mit Folgen wie unter anderem Meeresspiegelanstieg und einwandernde gebietsfremde Arten. Weitere Probleme sind die Verschmutzung und Versauerung der Meere sowie der Lärm durch den Schiffsverkehr und weitere Nutzungen.

Übrigens, das schon einmal zum Vormerken: Dem marinen Aspekt des Nationalparks Schleswig-Holsteins wird im kommenden Jahr besonderes Augenmerk gewidmet. Das Jahresthema für 2020 lautet „Unterwasserwelt“.

Die Liste Weltnaturerbeliste der UNESCO umfasst derzeit 213 Gebiete; davon sind 43 marine Weltnaturerbestätten, die annähernd 20 Prozent der Meeresschutzgebiete ausmachen. 38 Gebiete werden als gemischtes Kultur- und Naturerbe geführt, reine Weltkulturerbestätten gibt es 869. In Deutschland ist das Wattenmeer eine von nur drei Weltnaturerbestätten; die beiden anderen sind der deutsche Anteil an grenzüberschreitenden alten Buchenwäldern sowie die Fossiliengrube Messel.

durchatmen

© Krause / LKN.SH

In St. Peter-Ording endet auch in diesem Jahr am 31. Oktober die „Strandparksaison“. Gelegenheit also, an diesen einzigen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gelegenen weiten Sandstränden richtig durchzuatmen. Denn das Wattenmeer und seine angrenzenden Lebensräume sind nicht nur im Sommer, sondern – viele Naturfans sagen gerade – im Herbst und Winter eine Erkundung wert.

Aber warum ist in der Gemeinde St. Peter-Ording – übrigens einer von mittlerweile 200 Nationalpark-Partnern – das Parken „im Nationalpark“ überhaupt erlaubt? Grund ist, dass dies zu dem Zeitpunkt, als der Nationalpark 1985 gegründet wurde, lange praktizierte Realität war. Um touristische Interessen mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen, musste ein Kompromiss her – und wurde nach langen Verhandlungen in Form eines Regelwerkes gefunden.

Vereinbarung wurde 2018 verlängert

Danach bleibt das Parken auf zwei Strandflächen in den Ortsteilen Ording und Böhl vom 15. März bis zum 31. Oktober tagsüber zulässig. Etwa ein Fünftel der erhobenen Parkgebühren wird für lokale Naturschutzmaßnahmen und Besucherinformation sowie für die Finanzierung einer Projektstelle für Öffentlichkeitsarbeit und Naturerlebnisangebote verwendet. Ebenfalls weiterhin möglich sind, in speziell dafür ausgewiesenen Abschnitten, Reiten, Strandsegeln, Kite-Buggy-Fahren, Wind- und Kitesurfen sowie Großveranstaltungen auf speziellen Eventflächen.

Erst im vergangenen Jahr wurde die Vereinbarung mit der Gemeinde um weitere 20 Jahre verlängert. „Wir haben den Interessensausgleich über die Jahre zunehmend besser hinbekommen“, sagte der Leiter der Nationalparkverwaltung Detlef Hansen bei der Vertragsunterzeichnung in Kiel, und: „Naturschutz und Tourismus gehen gut zusammen, wenn – wie in St. Peter-Ording – die Spielregeln eingehalten werden.”


Rubrik Faszinierende Biologie neu


rekord

© Stock / LKN.SH

In Rekordzeit hat eine Uferschnepfe (Foto oben: ein Exemplar im schleswig-holsteinischen Wattenmeernationalpark) den Zugweg vom niedersächsischen Dümmer in ihr Überwinterungsgebiet im afrikanischen Mali bewältigt. Die rund 4.100 Kilometer legte der Jungvogel, dem die Forscher den Namen „Christiansieneson“ gegeben hatten, binnen 55 Stunden ohne größeren Zwischenstopp zurück, berichtete der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Dokumentiert wurde diese Leistung den Angaben zufolge durch einen Satellitensender, den das Tier im Rahmen des vom NLWKN betreuten LIFE-Projekts „Wiesenvögel” erhalten hatte. Seit 2018 seien an dem im niedersächsischen Landkreis Diepholz gelegenen See 25 Uferschnepfen mit solchen Satellitensendern ausgerüstet worden; diese seien „mit fünf Gramm äußerst leicht und werden wie ein Rucksack getragen“. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

anmarsch

© Eric A. Lazo-Wasem / public domain

Ein neuer tierischer Einwanderer aus Nordamerika ist nach Überzeugung von Biologen im Anmarsch auf den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer: Wie die Schutzstation Wattenmeer kürzlich berichtete, waren Exemplare der von der US-Ostküste stammenden Amerikanischen Trogmuschel (Mulinia lateralis) erstmals im Sommer 2017 in den Niederlanden entdeckt worden, im Jahr darauf hatte sich die Art im gesamten niederländischen Wattenmeer ausgebreitet und kam auch bereits im ostfriesischen Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer vor. Vermutlich im kommenden Sommer werde sie Schleswig-Holstein erreichen, heißt es in dieser Pressemitteilung.



partner

© Segebade / LKN.SH

Sylt war diesmal das Ziel des traditionellen Ausflugs der Nationalpark-Partner – und diese wurden von den dortigen Kolleginnen und Kollegen herzlich empfangen. Per E-Bike ging es vom Bahnhof Keitum los Richtung Braderuper Heide. Trotz eines straffen Zeitplans war hier Gelegenheit für Informationen über dieses Naturschutzgebiet und die Heidelandschaft Sylts. Interessiert nachgefragt wurde vor allem zu den Pflegemaßnahmen, etwa das sogenannte Plaggen; dies ist notwendig, weil zu viele Nährstoffe den Bestand der typischen Heidepflanzen bedrohen würden.

Während der Weiterfahrt nach List wurde ebenso wie beim Mittagessen deutlich, wie sehr die Nationalpark-Partner den Austausch über ihre Projekte und Konzepte schätzen und pflegen. Im Erlebniszentrum Naturgewalten erhielten die Teilnehmenden eine kleine Führung und konnten sich anschließend in der Ausstellung mit den drei Haupträumen Klima, Naturgewalten, Nordsee selbstständig noch weiter in die Thematik vertiefen.

Nächste Station war das Gebiet der großen Wanderdünen, dann ein Zwischenstopp in Wenningstedt-Braderup zu einem Treffen mit dem Geschäftsführer von Sylt Marketing Moritz Luft. Letzter Halt: das Hotel Niedersachsen zu einem köstlichen Kuchenbuffet.

Jonas Henrichs


Rubrik Aus dem Multimar Wattforum


multimar2

© Screenshot

Gratulation! Zwei Filme, die während des Jugendnaturfilmcamps Wattenmeer im August 2019 entstanden sind, haben es auf das Treppchen des Jugendfilmpreises GREEN REPORT Junior 2019 geschafft. Die Küstenschutzdokumentation „Dem Meer das Wasser reichen“ belegte den zweiten Platz; der wie ein Computerspiel anmutende Film „Grand Theft Nature“ (Foto oben) wurde Dritter. Die Gewinnerfilme wurden im Rahmen des Internationalen Naturfilmfestivals GREEN SCREEN ausgezeichnet. Beide Videos sind hier online zu sehen.

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© Claußen / LKN.SH

Drei Lesungen, ein Gong-Konzert, zwei Stachelhäuter-Führungen: Diese und noch viel mehr Veranstaltungen bietet das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum im Herbst und kommenden Winter. Alle aktuellen Termine, darunter eine Lesung von Bestsellerautorin Katja Just („Frische Brise auf dem Sommerdeich)“ am 28. November, sind auf der Multimar-Website hier zu finden. Außerdem werden von Oktober bis März wieder die beliebten Führungen „Multimar op Platt“ und „Nordsee bei Nacht“ geboten. Das Multimar Wattforum freut sich darauf, in der gemütlichen Wintersaison viele Gäste zu begrüßen!

Alina Claußen



klimawandel

© Stock / LKN.SH

Der Klimawandel ist ein seit Monaten weltweit intensiv diskutiertes Thema. Großes Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang der Ende September vorgestellte aktuelle Bericht des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC). Er analysiert die möglichen Folgen der Erderwärmung auf die Ozeane und Eismassen und formuliert unter anderem die Befürchtung, der Meeresspiegel könnte bis zum Jahr 2100 um bis zu einen Meter steigen, wenn die Anstrengungen für mehr Klimaschutz international nicht deutlich verstärkt werden.

Als Reaktion auf den Expertenbericht kam auch die Frage nach den Auswirkungen auf das Ökosystem Wattenmeer erneut auf die politische Agenda. „Der Klimawandel setzt das Weltnaturerbe Wattenmeer unter Druck“ mahnte etwa das gemeinsame Wattenmeersekretariat (CWSS) und betonte die Bedeutung der trilaterialen Zusammenarbeit zum Schutz des Lebensraumes vor den Küsten der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks. Und – um nur eine von vielen weiteren Reaktionen zu nennen – das Umweltbundesamt (UBA) sowie das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven forderten in einer gemeinsamen Pressemitteilung, „die Anstrengungen im Klima- und Meeresschutz zu verstärken und Risiken für Küstenräume zu verringern“.

Nach Überzeugung des schleswig-holsteinischen Umweltministers Jan Philipp Albrecht ist zumindest das nördlichste Bundesland und damit auch das Wattenmeer hierzulande für den zu erwartenden Meeresspiegelanstieg gerüstet: Zwar bestätige der IPCC-Bericht „unsere schlimmsten Befürchtungen“, so der Minister in einer Pressemitteilung. „So alarmierend das Szenario ist – mit unserer Küstenschutzstrategie sind wir darauf vorbereitet.”


Rubrik Aus der Arbeit der Nationalparkverwaltung


gross

© Otten / LKN.SH

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer kam ganz groß raus bei den zweitägigen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Kiel: Nicht nur war er gemeinsam mit den beiden anderen Welterbestätten des Landes (Lübeck sowie das Grenzbauwerk Danewerk und der wikingerzeitliche Handelsplatz Haithabu als Kulturerbe) im schleswig-holsteinischen Landeszelt vertreten – der Leiter der Nationalparkverwaltung Detlef Hansen (auf dem Foto rechts) und Nationalpark-Ranger Christian Piening waren auch auf die NDR-Bühne eingeladen.

Befragt von Moderator Jörg Jacobsen hatten sie ausgiebig Gelegenheit, dem interessierten Publikum die Schönheiten des Weltnaturerbes Wattenmeer und die Bedeutung dieses besonderen Lebensraumes nahezubringen. In vier von Livemusik unterbrochenen Talkrunden ging es um Fragen wie „Was macht das Wattenmeer so besonders?“, „Passen Naturschutz und Tourismus zusammen?“, „Was sollten Gäste nicht verpassen?“, „Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf das Ökosystem Watt?“ und Vieles mehr.

einheitsbuddeln

© Claußen / LKN.SH

Über 110.000 Bäume wurden beim „Einheitsbuddeln“ für den Klimaschutz gepflanzt – und auch wir haben bei der bundesweiten Baumpflanzaktion zum Tag der Deutschen Einheit mitgemacht. Im Garten unserer Nationalparkverwaltung in Tönning steht jetzt ein frisch gepflanzter Apfelbaum der Sorte „Prinz Albrecht von Preußen”. Danke an unsere Kollegin Levke Brauer (links, mit Plakat) für die Organisation, danke an unseren Chef Detlef Hansen (rechts, mit Urkunde) fürs Buddeln – und an alle anderen Kolleginnen und Kollegen fürs Anfeuern …

Alina Claußen

arbeitsbesuch

© Kretschmer / LKN.SH

Vom Weltnatur- ins Weltkulturerbe: Um Möglichkeiten der Zusammenarbeit besonders im Bereich Öffentlichkeitsarbeit auszuloten, absolvierte das Team des Fachbereichs Kommunikation und Nationalpark-Partner der Nationalparkverwaltung kürzlich einen Arbeitsbesuch am Grenzbauwerk Danewerk (Foto oben) und am wikingerzeitlichen Handelsplatz Haithabu – und wurde dabei sachkundig begleitet von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Museen (Wikinger Museum Haithabu und Danevirke Museum), des Welterbebüros im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein sowie des Kreises Schleswig-Flensburg. Gemeinsame und intensiv diskutierte Themen waren unter anderem die Besucherlenkung, Fragen der Erschließung sensibler Welterbestätten für Besucher und Partnerschaften mit regionalen Tourismusbetrieben. Fortsetzung folgt in Kürze in Form eines Treffens in Tönning!

vogelkiek

© Ahlborn / LKN.SH

Der Westküsten-Vogelkiek liegt hinter uns. Den Auftakt machte dieses Jahr ein Eröffnungsabend im Multimar Wattforum, der im Zeichen der im NAKUWA-Projekt ausgebildeten neuen Birdwatching-Guides stand. Die Gäste, die sich nicht von Starkregen und Sturm abhalten ließen, genossen eine fotografische Bilderreise vor dem Großaquarium sowie eine kleine „Messe“ mit Vogelquiz, vogelkundlicher Kurzführung, Federdruck und Informationen zu vogelkundlichen Angeboten. Außerdem wurde die Bilderausstellung der dänischen Malerin und Vogelkundlerin Marit Beckmann eröffnet, die noch bis Ende des Jahres in dem Tönninger Nationalpark-Zentrum zu sehen ist.

Am ersten Wochenende hielt sich leider das miese Wetter, zur Wochenmitte wurde es aber besser, so dass die Tagesexkursion zur Hallig Langeneß 50 begeisterten Teilnehmenden zahlreiche tolle Vogelbeobachtungen, zusätzlich die Sichtung vieler Seehunde und sogar einer Kegelrobbe bescherte. Beim „Groten Sitten“ auf der Hamburger Hallig galt es, von einem Ort aus über einen längeren Zeitraum aus den Vogelzug zur verfolgen. Auch die feuchte Kälte hielt die Vogelfans davon nicht ab. Zwei Bustouren führten als Abschluss des Vogelkieks ins deutsch-dänische Grenzland. Beiderseits der Grenze wurde ausgiebig nach Vögeln Ausschau gehalten. Und zwar sehr erfolgreich: An beiden Tagen zusammen wurden 106 verschiedenen Arten gesichtet!

Unser Fazit: Das typisch wechselhafte Herbstwetter macht es den Vogelfans nicht immer ganz leicht, aber wenn man durchhält, gibt es grandiose Stimmungen und zahlreiche spannende Vogelbeobachtungen als Belohnung. Und zum Vormerken: Der Westküsten-Vogelkiek 2020 findet vom 24. September bis 4. Oktober statt!

Silke Ahlborn

sammler

© Brauer / LKN.SH

Die Aktion „SPO klart auf“ findet immer mehr Zulauf: Das kürzlich zum zehnten Mal organisierte Strandmüllsammeln mobilisierte rund 160 Aktive, die, ausgerüstet mit Handschuhen und Mülltüten, vier Strandabschnitte absuchten. „SPO klart auf“ wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen und wird zweimal jährlich jeweils im Frühjahr und Herbst durchgeführt, unter Beteiligung unter anderem von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der dortigen Tourismus-Zentrale, der Schutzstation Wattenmeer, der Nationalparkverwaltung sowie einer steigenden Zahl weiterer Freiwilliger. „Vor 2015 gab es übrigens auch schon Sammelaktionen“, erinnert Levke Brauer aus der Nationalparkverwaltung; diese seien von den Nationalpark-Partnern Strandgut Hotel und Beach Motel organisiert worden.

fische

© Julia Busch / CWSS

Um die Welt der Fische im Wattenmeer ging es bei der ersten, vom gemeinsamen Wattenmeersekretariat (CWSS) organisierten internationalen Swimway Conference. Mit dabei: Britta Diederichs (auf dem Foto links) und Marina Sanns aus der Nationalparkverwaltung. Fischexpertinnen und -experten stellten dabei verschiedene Forschungsprojekte vor und tauschten sich aus. Neben Beiträgen zu Forschung und Management gab es auch einen Workshop zu den Möglichkeiten der Bildungsarbeit in Sachen Wattenmeerfische.

manager

© Sanns / LKN.SH

Verantwortliche der Managementebene in den deutschen Wattenmeernationalparken sowie dem niederländischen und dem dänischen Wattenmeer waren kürzlich zu Gast in Schleswig-Holstein. Ziel dieses trilateralen Workshops sei es, den grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustausch auf Managementebene zu intensivieren und Kontakte herzustellen, erläutert Marina Sanns aus der Nationalparkverwaltung, die mit weiteren Kolleginnen und Kollegen dabei war. Jede Menge Gelegenheit dazu boten, neben einem intensiven Workshop-Teil, ein gemeinsamer Besuch im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum und eine Exkursion nach Westerhever (siehe Foto).


brik-me


menschen

© CWSS

Ein neuer Leiter bestimmt jetzt die Geschicke des gemeinsamen Wattenmeersekretariats (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS) in Wilhelmshaven: Mitte September hat Bernard Baerends diese Aufgabe übernommen. Der neue Exekutivsekretär bringe „mehr als 20 Jahre Erfahrung als politischer Entscheidungsträger für die niederländische Regierung mit, darunter rund 15 Jahre als niederländische Anlaufstelle für die Wattenmeer-Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden“, so eine Mitteilung des CWSS. Weitere Informationen zur Person (in englischer Sprache) enthält diese Pressemitteilung.

Wissen, was fliegt ist das Motto von ornitho.de, das die Nationalparkverwaltung im Dezember 2016 als Pilotprojekt gestartet hat. An 22 Beobachtungspunkten entlang des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurden QR-Codes auf Informationstafeln und Beobachtungshütten angebracht. Ein Scan mit dem Smartphone leitet zur Website ornitho.de, Deutschlands großartiger vogelkundlicher Datenbank. Sie zeigt sofort, welche Vogelarten an diesem Ort zuletzt beobachtet wurden. Selbst unmittelbar zuvor von Ornithologen gemeldete Beobachtungen sind aufgelistet.

In den vergangenen drei Jahren wurden die lokalen Vogelzahlen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer auf diese Weise insgesamt 7.700 Mal aufgerufen. An mehreren Standorten werden die QR-Codes täglich genutzt. Und: Das hier begonnene Projekt gibt es inzwischen bundesweit! Vom Rickelsbüller Koog bis zum Murnauer Moos werden die ornitho- QR-Codes – bisher über 150 – eingesetzt. In Luxemburg, Frankreich und der Schweiz gibt es sie ebenfalls oder sie sind in der Planung.

Hendrik Brunckhorst



noch

© Stock / LKN.SH

„Wir lieben es frisch“ – unter diesem Motto steht eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Fachtagung „Natur und Tourismus“: Es geht um Naturerlebnisse im Herbst und Winter, vorgestellt werden verschiedene Ansätze vom Gesundheitswandern bis zur Vogelbeobachtung. Neben aktuellen Informationen aus der Nationalparkregion werden als Beispiel für nachhaltige Angebote eine exklusive Lodge in Österreich präsentiert sowie Aktionen zur Vermeidung von Plastikmüll.

Das ganztägige Treffen von Aktiven im Tourismus und Naturschutz sowie allen an diesem Themenfeld Interessierten findet am 21. November in Schwabstedt (Hotel zur Treene) statt. Veranstalter sind die Nationalparkverwaltung und der Nordsee-Tourismus-Service (NTS) gemeinsam mit der Fachhochschule Westküste, dem WWF und Dithmarschen Tourismus. Weitere Details zu Programm, Kosten und Anmeldung (bis spätestens 14. November) enthält ein Flyer, der hier als Download zur Verfügung steht.


Rubrik Fundstück neu


fundstueck

© Brauer / LKN.SH

Ob da am Ende tatsächlich ein Goldtopf vergraben ist? So jedenfalls geht die wahrscheinlich aus Irland stammende Legende. Vereinfacht gesagt, entsteht ein Regenbogen dann, wenn Sonnenstrahlen auf Regentropfen treffen. Das Sonnenlicht in den Tropfen wird dabei in verschiedene Farben zerlegt, die dann am Himmel sichtbar werden. Und diese Erscheinung (hier abgelichtet am Strand von St. Peter-Ording), gehört – auch ohne die Aussicht auf einen Goldtopf – zu den schönen Seiten des Herbstes im und am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer!


Herausgeber

LKN-SH | Nationalparkverwaltung
Schlossgarten 1 | D-25832 Tönning

Redaktion: Heike Wells, Bernhard Dockhorn
Kontakt:

www.nationalpark-wattenmeer.de
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