Betreuung & Überwachung

Seit 1996 gibt es im Niedersächsischen Wattenmeer eine Nationalpark-Wacht. Seit 2013 werden Haupt- und Ehrenamtliche unter dem Dach der Nationalparkverwaltung zu regionalen Teams der Nationalparkwacht zusammengeführt und zentral betreut. Aktuell gibt es zehn Vollzeitstellen für hauptamtliche Ranger an der niedersächsischen Küste und auf den Inseln. Hinzu kommen derzeit mehr als 50 ehrenamtliche Nationalpark-Warte.

Geschichte der Nationalpark-Wacht

Im Volksmund werden die Nationalpark-Warte nach dem Vorbild unserer amerikanischen Kollegen oft 'Ranger' genannt. Der Erste dieser Zunft arbeitete bereits vor über 130 Jahren im Yellow-Stone Nationalpark in den USA. ‘Rocky Mountains Harry’, ein ehemaliger Büffeljäger, wurde dort noch vornehmlich als Wildhüter eingesetzt. Die heutigen Aufgaben der Ranger sind da schon vielfältiger.

Die Aufgaben der Nationalpark-Wacht

Eine der Hauptaufgaben der Ranger ist die Öffentlichkeitsarbeit. Sie betreuen die Besucher im Nationalpark und sind Ansprechpartner für die Anwohner. In enger Zusammenarbeit mit den Nationalpark-Einrichtungen bieten sie Exkursionen zu unterschiedlichen Themen an. Auf diesen Wanderungen kann man erfahren, warum das Wattenmeer die "Drehscheibe für den Vogelzug" ist oder was eine Salzwiese von den Wiesen des Binnenlandes unterscheidet. Die Ranger geben gern Ratschläge, wo und wie man im Nationalpark am besten die Natur erleben kann, ohne sie zu stören.

Außerdem achten die Ranger darauf, dass in den Schutzzonen die Wegeregelung eingehalten wird und die Hunde angeleint werden und Tiere und Pflanzen möglichst ungestört sind. Sie halten Lehrpfade und Info-Tafeln in Stand, betreuen Beobachtungshütten, stellen Zonierungs- und Hinweisschilder auf und kontrollieren regelmäßig, ob alles vollständig und und in gutem Zustand ist.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Ranger ist es, Brut- und Zugvögel zu erfassen, Dünen- und Salzwiesenentwicklungen und grundsätzlich jede Veränderung des Naturraumes zu dokumentieren. Auch für andere Forschungs- und Naturschutzprojekte ist die Nationalpark-Wacht als kompetenter Ansprechpartner vor Ort eingesetzt.

Sie tragen dazu bei, dass die Naturprozesse weiter möglichst ungestört ablaufen können und der besondere Naturraum für nachfolgende Generationen in seiner Schönheit erhalten bleibt.

Betreuungs-Netzwerk

Eine wichtige Unterstützung leisteten seit Einrichtung des Nationalparks (1986) die ehrenamtlichen Landschaftswarte der Landkreise im Einzugsgebiet des Nationalparks. Sie wurden jeweils von ihrem Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt betreut. Die Vielzahl von Institutionen und Ansprechpartnern erschwerte es, den Landschaftswarten einheitliche Betreuung wie auch Fortbildungen oder Dienstkleidung zukommen zu lassen. Seit 2013 wurden sie unter das Dach der Nationalparkverwaltung übernommen.

Zur Nationalpark-Wacht gehören weiterhin 15 Teilnehmer/innen des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Ökologischen Jahres.

Die Nationalpark-Wacht wird durch Naturschutzverbände wie den Mellumrat und ehrenamtliche Helfer unterstützt, die Brut- und Zugvogelerfassungen vornehmen oder den Spülsaum der Nordsee nach verölten Vögeln absuchen. Auf die Einhaltung der Regeln zum Schutz der Natur achten auch Polizei und Wasserschutzpolizei.